Die schönsten Radtouren zwischen Dresden und Torgau

Burgen, Schlösser und mehr

© TV Sächsisches Elbland/Rainer Weisflog (www.elbland.de)

Das Sächsische Elbland bei Dresden ist ein Eldorado für Radfahrer. Offenes, sanft hügeliges Land, entzückende Ortschaften und malerische Weinberge verführen zu genussvollen Ausflügen; altehrwürdige Burgen, herrschaftliche Jagd- und Lustschlösser sowie prächtige Sakralbauten zu interessanten Zwischenstopps.

Berühmt ist der Elberadweg, der beliebteste Fernradweg Deutschlands, der auf dieser Etappe bedeutende Landmarken wie die Dresdner Frauenkirche, den Meißener Dom oder das Torgauer Schloss verbindet. Doch auch links und rechts der Elbe wird das Radvergnügen durch verborgene Preziosen zum Kulturerlebnis. 

Das sind einige der schönsten Themenwege für Kultur-Radler:

Kirchenradweg: von Turm zu Turm

Auf 121 Kilometern erstreckt sich beiderseits der Elbe der „Kirchenradweg“. 23 Kirchen künden von der glanzvollen Vergangenheit des Sächsischen Elblandes. Besonders attraktiv ist die Etappe zwischen Zabeltitz und Koselitz, die durch geschützte Natur und Teichlandschaften verläuft und zur Bootsfahrt einlädt. Offene Gotteshäuser am Wegesrand sind die Kirche Koselitz mit dem bedeutenden Ölgemälde „Die drei Marien am Grabe“ aus dem Jahr 1800, die Kirche Frauenhain mit der ältesten Glocke Sachsens aus dem 12. Jahrhundert und die Kirche Zabeltitz, in der Graf von Wackerbarth 1734 seine letzte Ruhe fand. Der Staatsminister im Dienste Augusts des Starken, der sich durch das Staatsweingut Schloss Wackerbarth einen Namen machte, war es auch, der in Zabeltitz das Palais mit Barockgarten errichten ließ. Einen Abstecher lohnt das Örtchen Tiefenau. Seine barocke Schlosskirche mit Silbermannorgel ist ein Kleinod sächsischer Hofbaukunst.

Zille-Radweg: auf Pinselheinrichs Spuren

Heinrich Zilles (1858 – 1929) spöttisch-sozialkritische Szenen aus seinem Berliner „Milljöh“ der Jahrhundertwende sind berühmt. Weniger bekannt ist, dass der von seinen Zeitgenossen „Pinselheinrich“ getaufte Grafiker und Maler aus Radeburg im Sächsischen Elbland stammt. Den Spuren des Künstlers folgt hier der „Zille-Radweg“. In Radeburg selbst erinnert unter anderem das Heimatmuseum an Leben und Werk des großen Karrikaturisten. Weiter führt der 55 Kilometer lange Rundweg nach Coswig an die Elbe und anschließend entlang des Elberadwegs bis zur Karl-May-Stadt Radebeul. Dort angekommen lädt das 600 Jahre alte Weingut Hoflößnitz zur vinologischen Rast. Gleich nebenan informiert das Sächsische Weinbaumuseum über die harte Arbeit heimischer Winzer. Die schmalspurige Lößnitzgrundbahn bringt Rad und Fahrer in wilhelminischer Gemütlichkeit zurück in Zilles Geburtsstadt. 

Meißner 8: Natur und Nostalgie

An die betriebsamen Zeiten der Schmalspurbahnen erinnert der Radweg „Meißner 8“,  der sich wie eine Acht durch die linkselbischen Täler südlich von Meißen schlängelt. Zwei mal 35 Kilometer beträgt die Strecke. Ein Teil verläuft auf dem Elberadweg vorbei an der Albrechtsburg Meißen. Ab hier ins Triebischtal abbiegend, kommt man an der Porzellanmanufaktur – der Wiege des europäischen Porzellans – vorbei. Die Nordroute des Radwegs folgt einer stillgelegten Bahnstrecke. Bis 1972 wurde hier das für die Porzellanproduktion benötigte Ton und Kaolin transportiert. Ein wahres Kleinod ist der Bahnhof in Löthain, in dem ein Verein mit viel Herzblut den schmalspurigen Eisenbahnen der Region ein lebendiges Denkmal setzt: Güterwagen, Warteraum, Laderampe, Fahrkartenschrank, Telegrafenmasten – das Museum spiegelt den Bahnalltag ab 1930 in all seinen Facetten wider. Die „Meißner 8“ führt auch am Robschützer Viadukt vorbei, der einst größten Schmalspurbrücke Sachsens.

Lommatzscher Rundweg: durch die Kornkammer Sachsens

Nordwestlich der Porzellanstadt Meißen leben die Menschen rund um den kleinen Ort Lommatzsch seit über eintausend Jahren von den fruchtbaren Böden und der Landwirtschaft. So hat die Gegend ihren ländlichen Charakter bewahrt. Durch diese „Kornkammer“ Sachsens verläuft der „Lommatzscher Rundweg“, eine leichte Radstrecke auf 28 Kilometern mit kaum spürbaren Steigungen. Kulturperlen am Wegesrand sind die Wenzelskirche in Lommatzsch, eine von nur vier dreitürmigen Kirchen in Deutschland; die Turmholländerwindmühle in Pahrenz, die als technisches Denkmal die Mühlsteine für Besucher andreht, oder das sagenumwobene Schloss Hirschstein, das auf einem Felsvorsprung über der Elbe thront. Wer mit der Fähre über die Elbe setzt, findet vis-à-vis in Diesbar-Seußlitz mit dem Barockschloss des Dresdner Frauenkirchen-Architekten George Bähr ein weiteres Juwel.

Detaillierte Routenbeschreibungen zu diesen und vielen weiteren Radtouren gibt der Tourismusverband Sächsisches Elbland im Internet unter www.elbland.de/radtouren. (tpr)

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