Naturkonzert ergänzt aromatische Erlebnisse

Timmendorfer Strand mit Geheimtipps für Feinschmecker

Von Carola Faber

Die Gischt der Wellen spritzt hoch. Nach jedem Auftürmen zieht sich das Meer wieder zurück, lässt den Sand unter den Füßen leicht rieseln. Es kribbelt - wie bei einem Peeling. Die Algen, die sich durch den Sturm losgerissen haben, legen sich um die Knöchel. 

Möwen kreisen dicht über der Wasseroberfläche, ziehen ihre Pirouetten und hoffen auf kleine Leckerbissen, die das Meer für kurze Augenblicke freigibt. im Hintergrund wiegen sich die Masten der Boote des Niendorfer Hafens und Surfer nutzen jede große Welle um ihre Körperbeherrschung zu perfektionieren. Dieser dichte Vielklang aus Naturgewalt, optischer und sensorischer Schönheit lässt innerlich jubeln. Es ist herrlich!

Timmendorfer Strand und Niendorf gehören zu den schmucken Destinationen der rund 750 Kilometer langen Ostseeküste mit feinsandigen Badestränden, Naturstränden und Steilküsten sowie über 1 500 Kilometer Haff- und Boddenküste. Ein Blick in die abwechslungsreichen Küchen der idyllische Fischerdörfer, modernen Ostseebäder und ehrwürdigen Hansestädte lohnt sich unbedingt. Hier ist die Zeit nicht stehen geblieben, sondern punktet mit begeisternder Weiterentwicklung nicht nur durch die schmucken Uferpromenaden, sondern auch durch Vielfalt, die an wertvolle Traditionen anknüpft und dazu noch wahre Schätze birgt.

So fährt Lars Hauswald (38), Fischer in der fünften Generation, bei jedem Wetter hinaus auf die Ostsee, um den Familienbetrieb weiterzuführen. Benannt ist sein Kutter nach seiner Schwester Manuela. Ein weiteres kleines Schiff heißt Rositten. Direkt vor der Kaimauer verkaufen seine Mutter Ute und seine Frau Jana den fangfrischen Fisch in einer der kleinen Holzbuden im Niendorfer Hafen. Zu 90 Prozent holt Lars Hauswald Dorsch aus dem Meer. Der Rest des Fangs besteht aus Plattfisch, Flundern oder Hering. "An guten Tagen können es insgesamt zwei bis drei Tonnen sein. Wenn wir Pech haben, kommen wir ohne Fische zurück", erklärt der Fischer.  

Einer seiner Abnehmer ist Familie Röger vom Restaurant Fischkiste, das unmittelbar am idyllischen Niendorfer Hafen liegt. Mit Blick auf Fischkutter und Ostsee erhalten dort die Gäste seit mehreren Familiengenerationen hinweg heimische und auch internationale Fische-Küche. Vom pikanten Knoblauchbrot und deftigen Matjesgerichten, vom hausgebeiztem Lachs bis zum Hummer-Cocktail, von der Scholle und dem Seeteufel-Medaillons bis zur Seezunge „a`la meuniene“ wird dort eine große Palette an perfekt zubereiteten Fischgerichten geboten. Besonders zu empfehlen ist dort übrigens der Dorsch. Gedünstet oder gebraten, mit Senfsauce und selbst zubereiteten Kartoffelsalat . "Uns gibt es seit 49 Jahren. Angefangen haben wir mit einem Koch und einem Kellner. Jetzt sind es 20 Mitarbeiter. Bei uns ist der Gast noch König", freut sich Thomas Röger über den Erfolg. 

Zu den hervorragenden Köchen in Timmendorfer Strand zählt Mirko Stäudel. Seine Ausbildung zum Koch erhielt der gebürtige Rostocker im Hotel-Restaurant „Fuchsbau“  in Timmendorfer Strand. Nach Stationen wie im Restaurant „Lübeck-Hanse“, Puerto de la Cruz, Teneriffa, Maritim Seehotel  in Timmendorfer Strand, 5 Sterne Flusskreuzfahrtschiffen, 6 Sterne Luxus-Kreuzfahrtschiff  Silversea „MV Silver Wind“ und dem Restaurant „Brasserie“ Scharbeutz sorgt er seit Mai 2014 mit seinen fantasievollen Ideen für Aufsehen im Hotel Sand in Timmendorfer Strand. "Genießen mit Verantwortung – das SAND bietet pfiffige Gerichte aus regionalen, ökologisch wertvollen Produkten. Entdecken Sie Speisen voll reiner Zutaten, die Sie sinnlich und lecker verwöhnen", lautet die Einladung zur kulinarischen Erkundung des neuen Lifestyle-Hotels. Passend zur perfekten Balance zwischen Natürlichkeit und Modernität locken in der Küche innovative Gerichte mit ausgesuchten regionalen Zutaten. Inspiriert wurde  Mirko Stäudel zu seiner neuen Linie unter anderem durch die Timmendorfer Seifensiederin Brigitte Dammann. Sie kreiert aus Komposition mit Blüten und Blättern des eigenen Kräutergartens, reinen ätherischen Ölen und Farben, erstklassige Seifen. "Pflanzen bilden in ihren Blüten, Blättern, Stengeln und Wurzeln duftende Stoffe, sogenannte ätherische Öle. Viele dieser Öle haben sehr positive Wirkungen nicht nur für die Haut, sondern auch für unsere Seele. Ich schätze die Kräfte und die Lebendigkeit der natürlichen Duftstoffe aus Pflanzen. Ich benutze daher ausschließlich naturreine Öle für meine Seifen und keine künstlichen Aromen", erklärt die Fachfrau, deren Seife ausschließlich aus pflanzlichen Fetten in Lebensmittelqualität hergestellt werden. Mirko Stäudel hat sich diese Philosophie zu eigen gemacht. So enthalten einige seiner Gerichte neben Blüten und Blättern einen Hauch der exquisiten Öle. Sein Wildkräutersalat „à la nature“  mit Lavendelblüten, Salbei und Thymian mariniert in Holunderblütenvinaigrette betört nicht nur die Geschmacksnerven, sondern auch den Sehsinn. Das gekräuterte Lammkrönchen auf Chili-Schokoladensauce mit Zucchini-Tomatengemüse und Rosmarinkartoffeln stellt ebenfalls einen Hochgenuss dar. Wie ein wunderbares Aromenbad mundet das Dessert mit Rosenblätter-Mouse an Mohn-Sabayon. Vollendet wird der Genuss durch einen Süßwein aus dem Hause Kracher, dessen Name als Synonym für edelsüße Weine in höchster Vollendung gilt. Die Gäste können sich freuen, denn mit der Aktion „Thrill of the Month“ verwöhnt der erfahrene Koch mit seiner besonderen Handschrift die Hotelgäste jetzt jeden Monat durch die verschiedenen Köstlichkeiten vom Land und aus dem Meer neu. Im September werden Muschelvariationen, im Oktober Kürbis, im November Wildes, und im Dezember Ente und Gans Vorrang auf dem köstlichen Speiseteller zu kulinarischen Attraktionen verarbeitet. Überhaupt werden im Hotel SAND Natur, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit besonders betont. Liebevoll und mit Gespür für Zeitgeist mit Möbeln aus edlen Materialien, wie recyceltem Teakholz eingerichtet, fühlt sich der Gast in dem charmanten Ambiente und bei einer äußerst freundlichen Atmosphäre sofort wohl. Wer in dem Hotel Sand nächtigt, wird auch noch mit einem Naturkonzert für die Ohren verwöhnt: Nur 50 Meter vom Strand entfernt, ergänzen die Klänge der Wellen, Bäume und Vögel die vielfältigen aromatischen Erlebnisse.

Ebenfalls einen Besuch lohnt die Orangerie Timmendorfer Strand. Küchenstar Lutz Niemann, der seit 1994 regelmäßig mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, ist ein Garant für perfekte Kochkunst. 

Essen ist ein Bedürfnis, genießen eine Kunst“ - ganz dem Motto der Feinschmeckeradresse  entsprechend wirkt das Menü dieser Sterneküche wie eine belebende Brise. Nach dem vielversprechenden Appetizer, Krabbentatar mit Zuckerschote, Paprika und asiatischen Aromen folgt eine äußerst liebevoll dekoriertes Amuse bouche. Zu den Variationen vom Kalb gehören die Kalbspraline mit Gänseleber in „ Erde“ gebackenes Bries und Kalbsfilet mit Blumenkohl- Basilikumcreme sowie Lauch, Steckrübe und Karotte. Jedes Detail hat Charakter und überzeugt. Auch die Weine sind ausgezeichnet gewählt und ergänzen mit Finesse die einzelnen Gänge. Zum warm marinierten Saibling mit Osietra Kaviar und Gurkensauerrahm reicht das Sommelier-Team mit Anne Geßler und Ralf Brönner einen leichten, nicht übertönenden 2012 Silvaner Alte Rebe vom Weingut Böhme. Dem Duo gelingt es aus der Weinkarte von über 600 Weinen ausgezeichnete Kostproben zu servieren, die sich nicht den Speisen unterordnen, sondern wie in einer gleichberechtigten Beziehung sich kontrastreich ergänzen. Als einer der Höhepunkte der Speisenfolge nehmen die Langustinen im Safransud mit Zucchini und Paprikaconfit auf Risoni Pasta einen herausragenden Platz ein. Das Bouquet vom 2012 Riesling, Weingut Prinz von Hessen aus dem Rheingau betört mit Noten, die an reife, feine Früchte oder etwas Melone erinnern. Wieder malerisch angerichtet folgt das Salzwiesenlamm mit grüner Tomate, Ratatouille und kleinen Perlzwiebeln. Ein wundervoller Geschmack zusammen mit dem 2009 Cabernet Sauvignon De Trafford, Südafrika, der in der Nase deutliche Cassisnoten, einen Duft von frischen Beeren und eine Spur Zedernholz zeigt. Die Dessert-Kompositionen: Vanille Cremé Brulle, Champagner Rosé Sorbet, Holunderblütenschaum sowie Grand Marnier im Hippenring mit marinierten Erdbeeren und Panna Cotta werden durch einen charmanten Eclat Carmin Rosé Georges Kriter, Côte d´Or komplettiert. Ein Abend in dem stilvoll eingerichteten Sterne-Restaurants lohnt sich unbedingt. Perfekt betreut und herzlich empfangen, gefällt der unaufdringliche Service des eingespielten Teams ebenso, wie die ausgezeichnete Küche mit einer hervorragenden Weinbegleitung. Carola Faber

Informationen: 

www.hotelsand.de

www.fischkiste.de

www.orangerie-timmendorfer-strand.de

 

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