Senföle - eine Alternative zu Antibiotika

Pflanzliches Mittel hilft bei Blasenentzündung

Prof. Kirschner Hermanns (li) im Gespräch mit Ihrer Patientin Mona J.© Dr. Inka Väth/Uni Bonn

Oft sind es Frauen, die unter einer Blasenentzündung leiden. Doch die üblichen Antibiotika müssen nicht immer sein. So wirken Präparate aus Kapuzinerkresse und Meerrettich keimtötend und können bei unkomplizierten Harnwegsinfekten helfen. Zudem gibt es kaum Nebenwirkungen.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Antibiotika-Resistenzen sind diese Senföle eine sinnvolle Alternative, die das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des Universitätsklinikums Bonn und des Rehabilitationszentrums Godeshöhe häufiger einsetzt.

Ein ständiger Drang auf die Toilette zu gehen sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen: Mona J. kennt dies zur Genüge. Schon als junge Frau litt die heute 69-Jährige häufiger unter einer Blasenentzündung, einem typischen Frauenleiden. Denn die Keime – meist Darmbakterien –können über die kürzere weibliche Harnröhre leichter in die Blase gelangen. „Im Sommer ein nasses Bikini-Höschen oder ein kurzer Rock im Winter sind Gift für die Blase“, sagt Prof. Dr. Ruth Kirschner-Hermanns, Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Universitätsklinikum Bonn und am Rehabilitationszentrum Godeshöhe. Eine Unterkühlung kann die körpereigenen Abwehrkräfte herabsetzen und so die Entwicklung einer Blasenentzündung begünstigen. Viel Trinken bis zu drei Liter pro Tag schützt dagegen vor einer Blasenentzündung.

Antibiotika greifen immer häufiger nicht

Jahrelang hatte Mona J. dann eine Ruhepause. Doch ganz plötzlich kamen die Blasenentzündungen wieder: „Jedes Mal habe ich dann gleich ein Antibiotikum genommen. Es sollte ja schnell wieder weggehen.“ Und auch Mediziner greifen gerne auf diese Medikamente zurück, weiß Prof. Kirschner-Hermanns: „In den letzten 30 Jahren sind zu viele Antibiotika unreflektiert verschrieben worden.“ Doch aufgrund der steigenden Anzahl an Bakterien, bei denen die einstigen Wunderwaffen nicht mehr wirken, sei ein abgewogener Einsatz sinnvoll. Zusätzlich zu den Resistenzen schwächen Antibiotika die Darm- und Scheidenflora, die so leichter von Keimen besiedelt werden. Dies begünstigt wiederum auch eine erneute Blasenentzündung.

Die in Vergessenheit geratene natürliche Geheimwaffe

Früher hatten die Mediziner viel Erfahrung mit pflanzlichen Inhaltsstoffen. Dazu gehören Senföle, die von Brunnenkresse und Meerrettich gebildet werden, um sich effektiv gegen Keime zur Wehr setzen zu können. Die Kombination der von beiden Pflanzen gebildeten Senföle ist gut antibakteriell wirksam bei akuten Blasenentzündungen und Atemwegsinfekten. Ein großer Vorteil ist, dass diese Senföle im Gegensatz zu Antibiotika gut verträglich sind und neuen Infekten vorbeugen. Zudem ist eine Resistenzentwicklung nicht zu erwarten. „Die in den letzten 30 Jahren in Vergessenheit geratenen pflanzlichen Arzneistoffe erleben derzeit eine Renaissance“, sagt Prof. Kirschner-Hermanns.

Sehr gute Erfahrungen bei vielen Patienten

Sofern kein Fieber vorliegt und die Nieren nicht bereits angegriffen sind, empfiehlt die Neuro-Urologin ihren Patienten, den Infekt erst einmal mit den pflanzlichen Präparaten zu behandeln. So auch Mona J., die vor zwei Jahren Hilfe im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des Universitätsklinikums Bonn und des Rehabilitationszentrums Godeshöhe suchte. Denn die 69-Jährige litt zu diesem Zeitpunkt viermal kurz hintereinander unter einer Blasenentzündung und wusste sich keinen Rat mehr. „Unsere Patientin hatte vermutlich einen wiederkehrenden Infekt mit resistenten Keimen“, sagt Prof. Kirschner Hermanns.

Heute hat Mona J. weitestgehend Ruhe. Doch liegen bei ihr zuhause immer die Tabletten mit dem pflanzlichen Wirkstoff griffbereit. „So werde ich nicht von einem Infekt überrascht. Es dauert zwar etwas länger – etwa zwei bis drei Wochen – bis der Infekt wieder vorbei ist. Aber ich muss nicht mit einer chemischen Keule daran gehen.“

Anzeige

Newsletter

Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Newsletteranmeldung

Kurzartikel

Zuwachs am Roten Meer

Labranda Hotels & Resorts, eine zur FTI-Group gehörende Hotelmarke, dehnt ihre Bandbreite in Ägypten weiter aus. Zu den bereits vorhandenen fünf Häusern in El Gouna, Marsa Alam und Makadi Bay kommt nun in der Kategorie superbeach mit dem Labranda Tower Bay das erste Hotel in Sharm el Sheikh dazu. Lesen Sie mehr

Wer will Mosel-Weinkönigin werden?

Die Mosel-Weinwerbung ruft wieder alle Ortsweinhoheiten und weininteressierten jungen Frauen aus dem Anbaugebiet auf, sich für die Wahl der Mosel-Weinkönigin am 8. September 2017 zu bewerben. Schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf und Foto nimmt bis 31. Mai die Geschäftsstelle des Moselwein e.V. in der Gartenfeldstraße 12a in 54295 Trier entgegen. Die Bewerberinnen müssen mindestens 18 Jahre alt und unverheiratet sein, aber sie müssen nicht aus einer Winzer- oder Weinhändlerfamilie stammen. Berufliche Tätigkeit in der Weinbranche, beispielsweise im Marketing oder im Vertrieb, besondere Kenntnisse im Weinbau oder in der Kellerwirtschaft qualifizieren ebenso für das Amt. Erfahrungen als Ortsweinkönigin sind hilfreich, aber keine Bedingung für eine Kandidatur. Weitere Auskünfte erteilt Christa Borne, Telefon 0651 71028-13 (Montag bis Donnerstag, jeweils vormittags), cb@weinland-mosel.de. Sie nimmt die Bewerbungen auch per E-Mail entgegen.


Wellness-Tribune Trinkplan

Trinken ist wichtig. Doch leider trinken wir oft zu wenig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt dem Körper täglich bis zu 1,5 Liter Wasser zuzuführen. Schaffen Sie das? Mit dem Wellness-Tribune Trinkplan behalten Sie den Überblick. Drucken Sie Ihren persönlichen Trinkplan jetzt aus und streichen Sie für jedes getrunkene Glas Wasser (250 ml) einen Stern. Sie werden sehen: Durch diese Selbstkontrolle wird die Flüssigkeitszufuhr rasch zur Gewohnheit.

Gewinnspiele

Gewinnen Sie einen Gutschein für Hotel Vital zum Stern

Gewinnen Sie einen Gutschein für zwei Personen und zwei Übernachtungen im Quality Hotel Vital zum Stern in Bad Meinberg.