Urlaub in Südkärnten

Von der Tropfsteinhöhle bis zur Sternwarte

Von Karin Katzenberger-Ruf
Toccata und Fuge von Johann Sebastian Bach: Dieses gewaltige Klangerlebnis bekommt in einer Tropfsteinhöhle nochmals eine neue Dimension. Auch wenn dort niemand an der Orgel sitzt. Die Musik kommt sozusagen aus der Konserve und ist gut dosiert. Sonst könnte es im Reich der Stalaktiten und Stalagmiten gewissermaßen Probleme mit der Statik geben...
 
Wir lauschen den Orgelklängen rund 60 Meter „unter Tage“ in den Obir-Tropfsteinhöhlen der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach in Kärnten. Unsere quirlige Gästeführerin hat uns zuvor viel über die Höhlen erzählt, die Bergleute im Jahr 1870 auf der Suche nach Blei und Zink entdeckten, die seit 1957 als Naturdenkmal ausgewiesen sind und in denen das ganze Jahr über eine gleichmäßige Temperatur von acht Grad Celsius herrscht. Doch so ein musikalisches Finale hätte niemand erwartet. Mit der Überzeugung, dass die Tropfsteinhöhlen viel zu schön sind, um bei einem Urlaub in der Gegend nur als „Schlechtwetter-Programm“ auf dem Plan zu stehen, geht die Gruppe nach draußen. (Näheres telefonisch unter +43(0)4238-8239-13 oder 14, E-Mail:obir@hoehlen.at.
 
Südkärnten ist klasse. Die weite Landschaft, umrahmt von Bergen, bietet viel Ausflugsmöglichkeiten. Von Bad Eisenkappel schafft man es mit Elektrofahrrädern (als E-Bikes oder „Pedelecs“) in knapp anderthalb Stunden hoch zum Luschasattel, also von 600 auf 1.250 Meter. Zwischendurch mal absteigen und schieben, ist erlaubt, aber mühsam. Denn die Fahrräder mit Akku sind relativ schwer. Die bessere Alternative: In den ersten Gang schalten und kurz „volle Kraft voraus“ vom Elektroantrieb ordern. Das gibt neuen Schwung und macht optimistisch. Vor Ort wird die „Er&Sie Biketour“ angeboten. Das bedeutet: Wer sich bergauf nicht abstrampeln will, wird vom Veranstalter mit dem Kleinbus zum Zielort gebracht, um von dort entspannt mit dem E-Bike talwärts zu fahren. Fragt sich nur, wer da wirklich schwächelt. In unserer Gruppe sind es jedenfalls zwei Männer... Idealer Standort für den Urlaub in Südkärnten ist der Klopeiner See und mit bis zu 28 Grad Wassertemperatur genau das Richtige für Menschen, die gern warm baden. Der See ist klein (1,8 Kilometer lang, 800 Meter breit), hat wie sechs weitere seiner Art in der Umgebung „Trinkwasserqualität“ und lässt sich gemütlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad umrunden. Allerdings gibt es bislang nur eine Stelle, an der man ganz nahe an das Gewässer ran kommt. Diese soll demnächst vergrößert und verschönert werden. Viele Hotels am See verfügen über einen eigenen Badestrand. Außerdem gibt es zwölf öffentliche kleine und größere Strandbäder. Mehr Infos im Internet unter www.klopeinersee.at.
 
Ein Kleinod in St. Kanzian ist die älteste private Sternwarte Österreichs. Der Ingenieur Helmrich Lambrecht, ein Norddeutscher, der in Südkärnten heimisch wurde, richtete sie Mitte der 50er Jahre ein. Zwei Spiegelteleskope baute er selbst, ein Linsenteleskop ließ er von einer Firma anfertigen. „Fass bloß nichts an...“ Den Satz aus dem Mund seines Großvaters hat Eugen Freund bis heute im Ohr. Doch ihm ist es auch zu verdanken, dass die Sternwarte seit dem Jahr 2009 wieder öffentlich zugänglich ist und dort Führungen stattfinden. Ein Lehrfilm informiert über die Sonne, den Polarstern oder den 2,5 Millionen Lichtjahre entfernten Andromeda-Nebel mit seinen 200 Milliarden Sternen. Das wäre sicher im Sinne des längst verstorbenen Erbauers, der einst selbst durch die Sternwarte führte. In den Sternenhimmel schauen: Das können Urlauber auch beim „Schlemmerabend“ an Bord der MS Magdalena. Das Ausflugsschiff ist natürlich auch tagsüber auf der Drau unterwegs. Die Drau ist ein Nebenfluss der Donau, und fließt auf rund 750 Kilometern durch Süd- und Osttirol, Kärnten, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Die Ausflugsfahrten von der Anlegestelle St. Kanzian führen durch romantische Flusslandschaften und über den Stausee von Völkermarkt. Das „Drau-Kraftwerk“ soll übrigens über 10 Prozent des Srombedarfs von Österreich abdecken. Mehr über Ausflugs- und Mottofahrten unter www.drauschifffahrt.at.
 
Um Wasserkraft geht es ursprünglich auch in der Patek-Mühle in Neuhaus. Das Bauwerk aus dem Jahr 1853 wurde 1992 restauriert und ist wieder voll funktionsfähig. Nur dass das Wasser jetzt eher für einen „Kneipp-Lehrpfad“ genutzt wird und bei der Mühle Produkte aus Buchweizen beziehungsweise „Had`n“ erhältlich sind. Der Buchweizen, ein Knöterich-Gewächs, ist typisch für die ganze Region, die sich „Genussregion Jauntaler Had`n“ nennt. Die Pflanze gedeiht auch auf kargem Boden, ist aber kälteempfindlich. Das Buchweizenmehl eignet sich zum Kuchen- und Tortenbacken oder für einen Nudelteig. Neuerdings werden daraus auch Chips hergestellt. Den Had`n-Herbst feiert Neuhaus am 17./18.September. (Näheres unter www.hadn.info) Und dann wachsen in Südkärnten auch noch die Reben. Karl und Rosa Hren aus Sittersdorf haben sich entschlossen, in ihrem Weingarten auf Spritzmittel zu verzichten und ganz auf Nützlinge zu vertrauen. Welche Rebsorten passen am besten zu Boden und Klima? In diesen Fragen ließ sich das Ehepaar im Weinbauinstitut Freiburg beraten. Unterkunft: Familienhotel Silvia am Klopeiner in St. Kanzian am Klopeinr See, www.hotel-silvia.at.
 
 
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