HOTEL & SPA

Vom Bauernhof zum Wellness-Tempel

Hotel Peternhof in Kössen

Kössen (wt). Die einmotorige Maschine steht auf der Startbahn des Sportflugplatzes in St. Johann (Österreich/Tirol) bereit, doch der Pilot schaut unzufrieden in den Himmel und sagt mehr zu sich selbst als zu seinen Gästen, so als ob er nur seine eigenen Gedanken laut bestätigen wollte: „Noch gibt es zu viel Nebel“.

Was er meint ist nicht direkt über ihm zu sehen, denn dort ist der Himmel blau, aber in der Ferne, knapp über und teilweise unterhalb der Bergspitzen. Genau dort, wohin der geplante Rundflug führen soll – über den Peternhof nach Kössen. Doch wer diese Region Tirols kennt weiß, dass ein Morgennebel nicht lange bleibt. Und nur wenige Minuten Später kommt auch schon die Flugfreigabe. Die Maschine bohrt sich in den Himmel, vereinzelt sind kleine Wolken zu sehen, aber die Sicht ist frei. Nach etwa zehn Minuten Flug ist das Ziel erreicht. „Das ist der Peternhof“, sagt der Pilot zu seinen Passagieren und dreht eine extrem scharfe Kurve, damit die Tragfläche die Sicht nach unten nicht behindert.

Unter dem Flugzeug taucht eine Hotelanlage auf, die sich auf den ersten Blick nicht als einheitlicher Komplex darstellt. Überall scheint etwas dazu gebaut und erweitert worden zu sein. Doch auf den zweiten Blick ist die Harmonie erkennbar und die einzelnen Gebäude verschmelzen plötzlich zu einer großen Einheit. Dass hier etwas über Jahre gewachsen ist, bestätigt nach mehreren Runden über dem Hotel und einer Sicheren Landung Christian Mühlberger. Ihm gehört das Vier-Sterne Wellness-Haus. Seine Eltern bewirtschafteten hier, hoch über dem Tiroler Ort Kössen, einen Bauernhof, der bereits im Jahr 1926 eine „alkoholfreie Restauration“ hatte. Später kamen einige Gästezimmer dazu und über den Werbeslogan von damals „Zimmer mit elektrischem Licht“, können die Gäste von heute nur noch müde lächeln. 1983 eröffnete das Hotel Peternhof mit Sauna und Hallenbad. Die weitere Entwicklung war aus der Luft erkennbar.

„Zu dem Stammhaus mit seinen 130 Betten, wurden die Chalets `Theresia` und `Elisabeth` hinzugefügt, und dann das `Kaiserschlössl` mit insgesamt fünfzehn Traumzimmern mit Traumblick“, erläutert Mühlberger. Um eine so genannte „Gloriette“ gruppiert entstand ein Vitalgarten, noch bevor die weltweite Wellness-Welle so richtig losgebrochen war. Doch der Hausherr gab sich immer noch nicht zufrieden. Als schließlich die ganze Welt Wellness hatte, ließ Christian Mühlberger nach eigenen Skizzen aus historischen Büchern das „Bano Real“ errichten, eine maurisch-osmanische Badewelt, die von einem zentralen Brunnen dominiert wird, der der Alhambra nach empfunden ist. Im „Bano Real“ gibt es unter anderem das klassische Rasul, Vitalis Arabia, ein Thalasso-Bad, ein Solebad und das Hamam, das typisch türkische Reinigungs- und Entspannungsritual. Gerne führt Christian Mühlberger interessierte Gäste durch sein Haus. Doch wer sich auf eine Führung einlässt, sollte sich Zeit nehmen.

Die Wege im Peternhof können lang sein, vor allem dann, wenn sie zum ersten mal begangen werden. Christian Mühlberger möchte nichts auslassen und so führt er seine Gäste zum Badebereich mit Hallenbad, Whirlpool und drei Freibädern, dann zum kaskadenartig angelegten Garten den fünf verschieden Saunen und mehreren Relaxbereichen, dem Vitalgarten, vorbei am Beauty- und Spabereich zu verschiedenen Licht- und Ruhehöfen und dem Sauna-Almdorf. Stolz präsentiert er auch die Fitnessräume und beantwortet während der Führung fragen wie warum er denn „nur“ vier statt fünf Sterne habe mit einem einfach Satz: “Weil ich mehr nicht haben möchte“, wohl wissend, dass es durchaus auch fünf sein könnten.

Wer den Peternhof mit dem Flugzeug erreichen möchte, landet entweder auf dem Flughafen Salzburg (ca.70 Kilometer entfernt) oder auf dem Flughafen Insbruck, (etwa 100 Kilometer). Auf Anfrage wird ein Transfer zum Peternhof organisiert.