REISE & FREIZEIT

Zur längsten Nacht nach Rüdesheim

Weihnachtsmarkt der Nationen lädt ein

Von Karin Katzenberger-Ruf
Was hat Weihnachten mit Wellness zu tun? Einiges, wenn man sich schon in der besinnlichen Adventszeit die Zeit nimmt, um über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern. Zum 18. Mal geht in Rüdesheim am Rhein der „Weihnachtsmarkt der Nationen“ über die Bühne. Zugegeben: Ursprünglich war das eine Geschäftsidee zur Verlängerung der Saison.

Die Verkaufsstände mit Waren „aus dem Ausland“ sind vom Markt inzwischen nicht mehr wegzudenken. Da gibt es zum Beispiel das „Mongolen-Zelt“ oder besonders große Areal mit allem, was typisch „Norwegen“ ist. Angefangen von der Rentier-Bratwurst bis zu den typischen Strickwaren mit „Norweger-Muster“ oder Marmelade aus den typisch skandinavischen Moltebeeren. Der absolute „Hingucker“ ist das „Amerikanische Haus“ mit tausenden Lichter auf dem Dach und an der Fassade. Darunter verbirgt sich das Gasthaus „Winzerkeller“. Ein Sohn aus dem Haus ist vor vielen Jahren tatsächlich nach Amerika ausgewandert. Seine Schwester lebt in Spanien, kommt aber alljährlich nach Rüdesheim zurück, um hinter dem Tresen Speisen und Getränke zu verkaufen, die ansonsten um diese Jahreszeit in den USA besonders beliebt sind. Ein paar Schritte weiter geht`s wieder typisch deutsch zu. Ein örtlicher Winzer bietet an seinem Verkaufsstand weißen Glühwein an. Dafür verwendet er einen Riesling mit wenig Säure. Wieviel Zucker in das Getränk soll, können die Gäste selbst entscheiden.

Der Weihnachtsmarkt in den Gassen der Altstadt und entlang der Häuserfront zum Rhein hin ist über 120 Verkaufsstände groß. Mittendrin: Eine Krippe mit lebensgroßen Figuren und angeblich sogar die größte ihrer Art in Europa. Bei Dunkelheit können die Gäste das vorweihnachtliche Lichtermeer auch von oben betrachten und mit der Seilbahn zur Bergstation am Niederwalddenkmal fahren. Dieses präsentiert sich derzeit wegen Renovierungsarbeiten allerdings „in Verpackung“. Bei der Berg- und Talfahrt mit dem offenen Gondeln sollten sich die Gäste auch selbst gut einpacken und sich am besten in ein, zwei Decken hüllen, die bei der Abfahrt bereit liegen. In einigen Gondeln haben rot gewandete Nikoläuse Platz genommen, denen man schon beim Einstieg oder später in luftiger Höhe begegnet. Nur „Mitfahren“ geht in den Deko-Gondeln nicht. Natürlich sind „im Tal“ auch die Restaurants mit ihrem kulinarischen Angebot ganz auf Weihnachten eingestellt. Den „Rüdesheimer Kaffee“ sollte man ebenfalls mal probieren. Vorsicht: Laut Original-Rezept gehört ein „doppelter Asbach“ (als 4cl) in die Tasse. Kaffee und Weinbrand werden am Tisch flambiert und mit einem Sahnehäubchen gekrönt. Es ist nicht mehr lange bis zur längsten Nacht des Jahres am 21. Dezember. Abends ab 18 Uhr sind in Rüdesheim anlässlich der „Thomanacht“ viele Gaukler und historische Gestalten unterwegs und die Gäste können jede Menge „winterliches Brauchtum“ erleben.  Info: www.weihnachtsmarkt-der-nationen.de