Gesundheit, Wellness und Kultur

Unterwegs mit dem Nachtwächter von Bad Kissingen

Bad Kissingen. Stadtführer Udo Dickhage schaut in die Runde der Touristen,  „wir sind vollzählig“, stellt er fest und begrüßt in seiner Rolle als Nachtwächter die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Wanderung durch das abendliche Bad Kissingen.

Dass die Gruppe kleiner ist, als sonst bei seinen Wanderungen üblich, liegt nicht am Interesse, sondern an Corona. „Normalerweise führe ich bis zu 40 Personen“, erklärt Udo Dickhage. Und so lautet auch an diesem Abend „Abstand halten“ die Devise, als die Frauen und Männer nach dem obligatorischen Ruf eines Nachtwächters, „Hört ihr Leut` und lasst euch sagen…“ im Licht der Dämmerung aufbrechen. Wie eine Heilquelle von Wasser, sprudelt Udo Dickhage nur so von Wissen über die Stadt und ihre Menschen und das, obwohl er kein gebürtiger Bad Kissinger, sondern Kölner ist. Eine Kur nach einer Erkrankung führte ihn in das bayerische Staatsbad. „Mir wurde hier sehr geholfen“, sagt er dankbar. „Ich wollte der Stadt etwas zurück geben“. So entstand die Figur des Nachtwächters und kurz darauf die eines Grand Portiers, die tagsüber Touristen führt. Das Wissen über die Geschichte der Stadt und ihre Architektur hat er sich im monatelangen Studium des Stadtarchivs angelesen. „Außerdem haben mir viele Gespräche mit älteren Bad Kissingern geholfen, die Stadt und die Menschen zu verstehen“. So lernte er auch die eine oder andere Anekdote kennen, die seine Führungen amüsant schmücken. Dass früher die Bewohner ihre Nachttöpfe aus den Fenstern auf die Straße leerten und der Nachtwächter deshalb in der Straßenmitte seine Runden dreht ist eine davon. Doch zum Glück geschieht es heute nicht mehr und so ist der Gang in der Straßenmitte nur eine alte Nachtwächtertradition.

Traditionen und Geschichte begegnet man in dem bekanntesten Kurort Deutschlands auf Schritt und Tritt. Sei es in den architektonisch bedeutenden Gebäuden wie der Wandelhalle, dem Regenten- und Arkadenbau mit prachtvollen Sälen und einem herausragenden Schmuckhof oder vielen anderen historischen Bauwerken, sei es in der Tradition des Umgangs mit der Zeit. In Bad Kissingen ticken die Uhren anders, nicht lauter, sondern gefühlt langsamer. Wer hierher kommt, sucht Erholung und Entspannung. Und diese findet sie oder er nicht nur in Parks wie dem Luitpoldpark und Gärten wie dem Rosen- oder Kurpark, sondern auch in der KissSalis Therme mit Saunen, Wellnessanwendungen, modernen Ruheräumen mit entspannenden Schwebeliegen mit Blick ins Freie und anderen Angeboten zum Beispiel einer Sonneninsel mit Farblichttherapie oder einer Infrarotlounge. Natürlich ist Corona auch hier ein großes Thema. Wie alle anderen Thermen auch, war die KissSalis Therme in Zeiten des Lockdowns geschlossen. Jetzt erlaubt das Hygienekonzept einen funktionierenden und leicht eingeschränkten Betrieb. Dampfsaunen bleiben beispielsweise geschlossen, „die Personenzahl in den heißen Saunen und in der Therme selbst ist begrenzt“, sagt Marketingleiterin Katja Eckert. Trotz der Einschränkungen können Erholungssuchende nun wieder die 1000 Quadratmeter große Wasserfläche mit insgesamt zehn Innen- und Außenbecken und einer Wassertemperatur von 32 bis 38 Grad Celsius nutzen. Das Wasser der Therme ist übrigens ein Heilwasser, das dem Schönbornsprudel, einer von sieben Bad Kissinger Heilquellen, entspringt. Heilquellen spielen nicht nur in der Therme, sondern in Bad Kissingen selbst eine zentrale Rolle. Seit Jahrhunderten nutzen die Menschen diese Quellen im Rahmen von Trinkkuren. Heute klären in der Brunnenhalle, die Teil der in den Jahren 1910 bis 1911 errichteten Wandelhalle ist, Brunnenfrauen über die Bedeutung des Heilwassers für die Gesundheit auf. „Wir schenken den Gästen jeweils morgens und abends das Wasser aus und erklären unter anderem, dass man das Wasser bewusst trinken sollte“, sagt Brunnenfrau Carolin Maier. Was kaum jemand weiß: beim Trinken von Heilwasser nimmt man sich Zeit und genießt das Wandeln in der Wandelhalle und lauscht dabei womöglich einem Konzert der Staatsbad Philharmonie Kissingen, die auf der drehbaren Konzertmuschel gerade in der Wandelhalle spielt.

Und irgendwann am Abend, während der Nachtwächter seine Runden dreht und vereinzelt die ersten Gäste ihre Zimmer in ihren Hotels und Unterkünften aufsuchen, verstummen die Instrumente und die Zeit scheint still zu stehen im bekanntesten Kurort Deutschland.

 

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