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Berchtesgaden im Winter

Stille, Berge und Rückzug

Zwei Gäste sitzen im Pool und blicken auf den Watzmann

Der Rooftop-Pool des Hotels Edelweiß in Berchtesgaden bietet in den winterlichen Morgenstunden einen schönen Blick auf den Watzmann.

Dieser Beitrag entstand in bezahlter Kooperation mit Hotels, Marken oder Partnern und enthält Inhalte die durch diese Zusammenarbeit unterstützt wurden.

Von Andreas Gillner

Berchtesgaden. An einem klaren Wintermorgen zeigt sich der bayerische Ort Berchtesgaden ungewöhnlich ruhig. Schnee dämpft Geräusche, die Berge rahmen das Tal scharf konturiert ein und die Bewegung verlangsamt sich fast automatisch.

Die Luft ist kalt und trocken, der Atem bildet kleine Wolken. Über dem Ort erhebt sich der Watzmann mit seinen 2713 Metern als ständige Präsenz – von vielen Punkten sichtbar, landschaftlich dominant, ohne erdrückend zu wirken. Wenn die Sonne aufgeht, legt sich ein warmes Licht auf seine Gipfel, während im Tal noch Schatten liegen. Wer hier ankommt bemerkt schnell: Der Winter ist nicht nur Kulisse, sondern prägender Zustand des Alltags.

Berchtesgaden liegt im äußersten Südosten Bayerns, eingerahmt von den Berchtesgadener Alpen und nahe der österreichischen Grenze. Der Ort ist seit Jahrhunderten vom Salz geprägt: Schon im Mittelalter wurde hier Salz gewonnen, das Wohlstand brachte und die Entwicklung der Region bestimmte. Heute ist Berchtesgaden Teil des Nationalparks Berchtesgaden, dem einzigen alpinen Nationalpark Deutschlands, dessen Schutzgebiet große Teile der umliegenden Bergwelt umfasst. Der Tourismus ist heute ein zentraler Wirtschaftsfaktor der Region – mit entsprechendem Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Besucherandrang und Infrastruktur. Die Balance zwischen Natur und Touristenzielen ist nicht immer einfach: Besonders an beliebten Aussichtspunkten kann auch im Winter die Ruhe durch Besuchergruppen spürbar gestört werden.

Doch wie wohnt es sich als Tourist in Berchtesgaden? Dieser Frage bin ich auf Einladung des Hotels Edelweiß nachgegangen und habe das Haus, seine Zimmer und Angebote des im Ortskern gelegenen, familiengeführten 4-Sterne-Superior-Hotels der Familie Hettegger erlebt. Die nachfolgenden Schilderungen spiegeln meine Beobachtungen wider.

Ankommen im Hotel

Beim Betreten des Hauses öffnet sich eine großzügige Lobby. Klare Linien, helle Flächen und gezielt platzierte Sitzbereiche schaffen Orientierung und Ruhe. Der Blick wandert unwillkürlich durch den Raum, vorbei an der Bar, den Aufzügen, die in die oberen Etagen führen und bleibt schließlich an der Rezeption hängen, wo der Check-in zügig und routiniert erfolgt. Ich erhalte meinen Zimmerschlüssel und Informationen zur Tiefgarage, deren Zufahrt sich schräg gegenüber dem Hotel befindet. Trotz guter Auslastung finde ich hier problemlos einen freien Stellplatz. Die Garage ist über einen Aufzug direkt mit der Lobby und den Zimmeretagen verbunden – ein klarer Komfortfaktor, insbesondere im Winter.

Zimmer – Rückzug mit Aussicht

Ich wohne in einem der 129 Zimmer des Hauses. Der Raum ist hell, ruhig und großzügig geschnitten und bietet Gelegenheit anzukommen, Gepäck abzulegen und den Blick nach draußen schweifen zu lassen. Durch die großen Fenster eröffnen sich klare Bergkonturen und der Blick auf die Fußgängerzone mit ihren gemächlich flanierenden Passanten. Akustisch bleibt es zurückhaltend, doch wer absolute Ruhe sucht, muss auf geöffnete Fenster achten. Die Passanten und der Verkehr auf der Straße ist dann gelegentlich hörbar. 

Spa und Rooftop-Pool

Im obersten Stockwerk befindet sich der Spa-Bereich mit Blick auf die Berchtesgadener Alpen. Mehrere Saunen – darunter eine Finnische Sauna und ein Dampfbad – sowie Ruheräume gliedern den Bereich in Zonen von Wärme, Bewegung und Stille. Holz, Stein und gedämpftes Licht prägen die Atmosphäre – ein Ort, der entschleunigt.

Spabereich des im Hotel Edelweiß in Berchtesgaden

Spabereich des Hotel Edelweiß in Berchtesgaden. Foto: Andreas Gillner

Der beheizte Outdoor-Rooftop-Pool ermöglicht auch bei winterlichen Temperaturen das Schwimmen in der klaren Bergluft. Früh am Morgen liegt über den schneebedeckten Dächern der Watzmann im Licht der aufgehenden Sonne. Im Wasser ist es still, in der Umgebung glitzert der Schnee, während feiner Dampf vom Pool aufsteigt. Ein Anblick, der zwar häufig fotografiert wird, seine Wirkung aber auch jenseits der Kamera entfaltet. Die Berge und die winterliche Luft erzeugen einen Moment von stille und Intensität, der nur erlebt werden kann.

Ruheraum im Hotel edelweiß in Berchtesgaden

Ruheraum im Edelweiß. Foto: Andreas Gillner

Das Spa-Angebot umfasst Ganzkörper- und Hot-Stone-Massagen oder Fußreflexzonenbehandlungen und Klangschalen. Die Schwingungen der Klangschalen machen Pausen spürbar, stimmen Körper, Atem und Umgebung aufeinander ein. Nicht jeder empfindet die subtilen Effekte gleichermaßen – wer intensive Entspannung sucht, könnte klassische Massagen bevorzugen. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert rechtzeitig zu buchen, um während des Aufenthalts einen Platz für die gewünschte Anwendung zu bekommen.

Kulinarik im Hotel Edelweiß

Morgens beginnt der Tag mit einem Frühstück im Hotelrestaurant. Es gibt frische Eierspeisen, Müslis, Backwaren, Obst und Marmeladen, wie man es von einem 4-Sterne-Superior-Hotel erwartet. Am Abend verwandelt sich das Restaurant in einen Ort gehobener Küche. Menüs mit mehreren Gängen verbinden klassische bayerische Spezialitäten mit modernen Einflüssen, ohne die regionale Verankerung zu verlieren. Während das Restaurant Panorama im obersten Stockwerk vor allem mit seiner Aussicht punktet, bringt das Restaurant Einkehr mediterranes Flair. Hier serviert das Küchenteam Pastagerichte, Pizzen und frische Meeresfrüchte.

Blick auf das Bergpanorama aus dem Panoramarestaurant

Blick aus dem Panoramarestaurant auf die Berglandschaft rund um Berchtesgaden. Foto: Andreas Gillner

Ergänzend sorgt die Hotelbar mit hausgemachten Torten, Kaffee, kleinen Snacks und abends Cocktails – ein klassisches Angebot für Gäste, die den Tag ohne Ortswechsel ausklingen lassen möchten. Wer Abwechslung sucht, findet sie hier – wer lokale Alternativen außerhalb dieses Kosmoses entdecken möchte, muss bewusst hinausgehen. 

Die rustikale Seite der bayerischen Küche präsentiert der Gasthof Neuhaus, der ebenfalls zur Familie Hettegger und zum Hotel Edelweiß gehört. In rustikalen Stuben erwarten die Gäste Hausmannskost wie Schweinshaxe, Schnitzel oder Kasnocken, dazu regionale Biere.

Winterliche Spaziergänge und Ausflüge

Nur wenige Schritte vom Hotel entfernt beginnt der Laternenweg, ein Panorama-Rundweg über den Soleleitungssteg hinauf zur Kirchleitenkapelle, wo sich nicht nur ein schöner Blick auf Berchtesgaden, sondern auch auf den Watzmann bietet. In der Adventszeit und bis Anfang Februar werfen Laternen entlang des Weges ihr warmes Licht auf den Weg. Stadtgeräusche treten in den Hintergrund. Hier wird spürbar, was Berchtesgaden im Winter jenseits von Angeboten ausmacht: Reduktion. Die Kapelle ist kein spektakulärer Ort, aber ein Funktionierender – für Pausen, für Abstand, für Perspektivwechsel.

Blick auf Berchtesgaden vom Laternenweg

Blick vom Laternenweg auf Berchtesgaden. Foto: Andreas Gillner

Eine Fahrt zum nahegelegenen Königssee erweitert diese Erfahrung. Vom Hotel aus geht es Richtung Schönau, dem Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt. Im Winter verkehren die elektrisch betriebenen Boote nur, solange der See nicht zugefroren ist. Anders als im Sommer sind nur wenige Touristen unterwegs. Das Wasser spiegelt die steilen Felswände, die Berge ragen nahezu senkrecht aus dem See empor. Während der Fahrt erzählt der Schiffsführer von Legenden, Traditionen und historischen Begebenheiten am See. Schließlich hält das Boot. Der Schiffsführer öffnet die Bootstür, hebt seine Trompete und spielt eine kurze Melodie, deren Echo zwischen den Bergwänden widerhallt – ein ritualisiertes Element der Fahrt, das auch im Winter seine Wirkung nicht verliert. Inszeniert, aber eindrucksvoll.

Am anderen Ende des Sees taucht die Wallfahrtskirche St. Bartholomä auf mit ihren roten Zwiebeltürmen. Die Kirche, erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, wirkt in der winterlichen Umgebung fast isoliert. Das benachbarte Fischrestaurant ist geschlossen, die Wege sind leer. Die Pfade führen durch Wälder und entlang des Sees, das Licht fällt schräg durch die Äste, die Luft riecht nach Holz und feuchter Erde. Das leise Knirschen des Schnees unter den Schuhen und das sanfte Plätschern des Wassers begleiten den Weg – ein stiller Abschluss, der weniger spektakulär, als nachhaltig wirkt.

Die Stärke von Berchtesgaden im Winter liegt im Weglassen, nicht im überbieten. Wer Ruhe sucht, findet sie – nicht überall, aber an vielen Stellen. Wer Komfort erwartet, bekommt ihn. Wer mehr will als Atmosphäre, muss genauer hinschauen.

Die Reise wurde unterstützt vom Hotel Edelweiß, Berchtesgaden.